Kaum jemand der in der Primarschule nicht mal mit einer Blockflöte geübt hat. So auch ich über sehr kurze Zeit. Obwohl mein Vater über Jahrzehnte musikalisch aktiv war hat es etwas länger gedauert bis diese Gene avtiviert wurden. Aber besser spät und freiwillig mit lang anhaltender Wirkung, als unter Zwang mit kurzer Nachhaltigkeit.
Mit zirka neunzehn Jahren besuchten wir wieder einmal meine Taufpatin. Erst mehr aus Langeweile zupfte ich zum ersten Mal die Saiten einer akustischen Gitarre die herumstand und war sogleich von der Möglichkeit Gedanken und Gefühle in Töne umzusetzen überrascht. Mein Bruder hat gerade dann noch einen Bass nach Hause geschleppt, was mir noch mehr als Gitarre zusagte. Das Instrument war, oder hatte mich, gewählt. Zu meiner Sturm und Drangzeit passend kam zu Beginn der achziger Jahre Metal auf. Genau der Ausdruck unbändigen Lebenwillens der mir entsprach, und heute noch vorhält.
Ungeachtet der Kentnisse und Begabung gründeten wir eine Band und spielten nach geregeltem Üben vor einigen Leuten auf. Trotz des damals logischerweise ausbleibenden Erfolgs hat die Faszination seine Gefühle in Klang umzusetzen bis zum heutigen Tag nichts eingebüsst. Auch wenn das Spielen heute nicht dem Traum vom "berühmt werden " als vielmehr dem gemeinsamen Musizieren und dem Ausdruck meiner eigenen Emotionen dient.
Nach längerer Phase in welcher der Fokus auf anderen Dingen lag, erwachte mein Interesse an selbst gezupften Tönen vor einigen Jahren beim Probespielen eines Basses in einem Musikgeschäft neu. Dabei verliebte ich mich in dessen nur (vordergründig) rein körperlichen Attribute. Die elegant anschmiegsame Erscheinung und superbe Spielbarkeit meines neuen Schätzchens liessen mich mein Altes selbstgebautes mit geringem Wehmut in den Ruhestand versetzen.
Trotzdem hat aber auch gerade dieser Kauf verzögert den Wunsch etwas selbst gefertigten in selber Qualität zu besitzen ausgelöst. Das Vereinen handwerklicher Fähigkeiten aller Art ist ein weiterer Aspekt. Die Folgen sind auf der nächsten Seite zu sehen.