
Heute will keiner morgens um Sechs die Insel umrunden. Also
gibt es die obligaten Rühreier zum Frühstück
und danach fährt der Nachwuchs zum Start um noch einige
Artikel zu kaufen. Die Senioren reisen direkt nach Peel um noch die
Burg vor Rennbeginn anzusehen. Dort wollen wir uns wieder treffen.
Noch ist das Wetter bewölkt und die See hier an der Westküste
wegen des nächtlich starken Windes aufgewühlt. Die
Wehranlage
bietet ausser einer Umfassungsmauer und einiger verfallener
Gebäude im Innern nicht viel sehenswertes. Im Meer tummeln
sich einzelne Robben. Wir müssen weiter, da wir auf unserem
Weg nach an den Gooseneck oberhalb Ramsey noch ein Stück der
Piste befahren müssen welche um Halb Zwölf gesperrt
wird. Wir schaffen das, aber ohne die Jungen und sehen uns in der
verbleibenden Zeit die nördliche Spitze der Insel an. Hier
scheint zum ersten Mal seit Ankunft richtig die Sonne. Der Leuchtturm
steht verlassen in der kargen Landschaft.
Es ist Zeit unseren Platz an der Strecke aufzusuchen. Dort trreffen wir auf die Jungs. Nach
Zwölf komen die Superbikes für eine Trainingsrunde
vorbei. Das dazugehörige Senior-TT werden wir aber morgen
nicht mehr sehen. Um Eins starten die Seitenwagen. Nach drei Runden
oder 180km steht der Klaus Klaffenböck erneut als Sieger fest. In
dieser Kurve sind einige schöne Überholmanöver zu
sehen.
Für die folgende Klasse der Supersport verschieben wir uns
weiter den Berg hinauf in eine schnellere Passage. Es müssen
vier Runden zu 60km gefahren werden. Zum vierten Mal gewinnt Ian
Hutchinson an der diesjährigen TT. Unglaublich wie der eher
wie ein scheuer Anfangszwanziger wirkende Junge am Kabel zieht und die
alten Hasen deklassiert. Zum Schluss folgt noch das Renne über
eine Runde mit den Elektrobikes. Der letzte muss sein Motorrad schon
beinahe zu Beginn des Berges schieben. Ich bin mir nicht sicher ob er
es darüber schafft.
Während der Rennen wandelt sich der Himmel zum Blau mit
strahlendem Sonnenschein. Endlich setzt sich die Natur ins rechte Licht
und zeigt ihre wildromantische Seite. Das entschädigt ein wenig
für den gestrigen Regentag. Nach Rückfahrt nach
Douglas und Nachtessen sind alle eifrig am Packen. Die
nächsten zwei Tage liegen noch 1400 Kilometer Heimweg vor uns.
Im Gegensatz zum Rest der Truppe verzichten Alex und ich auf
das morgendliche Umrunden des Rennkurses in Anbetracht der schlechten
Wetteraussichten. Tatsächlich ist der Teil der Strecke durch
die Berge stark nebelverhangen. So sind auch die anderen Jungs
früh zurück. Erneut können wir uns mit dem
Frühstück Zeit lassen. Das Supersportrennen ist wegen
des schlechten Wetters frühestens auf Eins geplant. Die
Wettervorhersage ist aber für den ganzen Tag schlecht.
Um elf fahren den kurzen Weg die Bergstrasse bis nach Creg ny Ba hoch
um dann über den gestern erkundeten Weg an den
Gooseneck
zu sehen. Die Wolken hängen tief und wir warten. Der starke
Wind am Hang macht das Warten nicht angenehmer.
Es bleibt Zeit um einige Fotos der Landschaft
zu schiessen.
Um Eins kommen offizielle Fahrzeuge und Motorräder vorbei. Das
Rennen scheint nächstens zu beginnen. Doch das das einzige was
einsetzt ist starker Regen. Das Ganze fällt anscheinend
sprichwörtlich ins Wasser. So fahren wir im Regen nach Douglas
um unsere Leibchen abzuholen. Jetzt ist auch klar weshalb wir einen Tag
warten mussten. Das Logo des Touranbieters wurde noch auf die
Ärmel gedruckt.
Um heute nicht mehr eine Odysee bezüglich Nachtessen zu
erleben wird selbst gekocht. Pasta mit Tomatensauce. Auch für
das Frühstück von morgen ist gesorgt. So
können wir nach einem ruhigen Abend in unsere, bei manchen
speziellen, Schlafanzüge
schlüpfen. Manch altes Ehepaar
wäre neidisch auf die Harmonie die im Schlafzimmer herrscht.
Der gestern schon einsetzende Regen hält bis in den
Mittag vor. Alle lassen sich Zeit und wir frühstücken
recht spät. Am frühen Nachmittag wollen wir den
erhaltenen Gutschein für Leibchen in einem Geschäft
an der Promenade
einlösen. Doch mitnehmen ist nicht. Mit der Kopie unseres
Gutscheines welcher uns in die Hand gedrückt wird, sollen wir
morgen noch einmal vorbeikommen. Die genaue Bedeutung der Handlung
bleibt uns verschlossen.
Nachher kundschaften wir eine Nebenstrasse aus um in den Gooseneck
genannte Kurve oberhalb Ramsey zu gelangen. Von dort aus wollen wir die
morgigen Rennen der Klassen Supersport und Seitenwagen
verfolgen.
Der Weg ist leicht gefunden und wir fahren über den Berg
zurück nach Douglas. Noch einmal besuchen wir das Fahrelager
und einige von uns decken sich mit weiteren Merchandising-Artikeln ein.
Beim Umherschlendern studieren wir die Details an
den Rennmaschinen.
Manche fahren extrem hohe Scheiben und breite Lenkerstummel.
Möglicherweise um mit den Schlägen besser zurecht zu
kommen und wenn der Kopf durch einen Schlag nach oben springt, dieser
nicht gleich nach hinten gerissen wird. Bei Tempo bis 300 gut
möglich.
Wir fahren nach Peel
zu Nachtessen. So auf jeden Fall der Plan. Es beginnt wieder zu
nieseln. Schade den hübschen Ort an der Westküste so
wolkenverhangen zu erleben. Aber so ist das Wetter hier eben.
Jungendliche spielen die Temperaturen gewohnt nur mit kurzen Hosen
bekleidet Volleyball am Strand.
Uns ist gerade in der Lederkombi genug warm. Im ganzen Ort ist kein
Platz für sieben Leute in einem anständigen Lokal zu
bekommen. Wir versuchen es auf dem Weg zurück nach Douglas in
einem weiteren Lokal. Immerhin
können wir an einem Tisch sitzen. Aber die Wartezeit auf das
Essen beträgt eine Stunde und so bleibt es bei einem
Getränk. Im Pub in unserem Quartier glauben wir bis um Halb
Neun warme Küche vorzufinden. Aber schon um Acht hat der Koch
keine Lust mehr zu Arbeiten und so decken wir uns wieder einmal bei der
Chinesin nebenan ein. Dazu geniessen wir unser erstes dunkles Guiness.
Zu Hause checken wir noch einmal das Wetter für den Mittwoch.
Der Morgen wird schon einmal verregnet angekündigt. Keine
tollen Aussichten für unseren zweiten Renntag auf der Insel.
Erneut ist um 5.30 Uhr Tagwache, heute jedoch ohne mich.
Während die anderen den TT-Kurs umrunden, schlafe ich weiter
bis um Acht. Nach der Rückkehr der Sechs wird
gefrühstückt
und danach durchs Hinterland zur
Ballaugh-Bridge verschoben. Dies weil die Strecke ab Zehn für
den Verkehr gesperrt ist. Auf Daniels Karte ist eine Abzweigung falsch
eingezeichnet, und wir drehen eine kleine Ehrenrunde. Über
einen holperigen Feldweg durch die Heide
gelangen wir schliesslich ans
Ziel.
Unser Standort ist bekannt für die Brücke welche eine
Kuppe bildet und von den Fahrern mit zirka achzig übersprungen
wird. Da diese gleichzeitig in einem S innerorts liegt, ist es ratsam
den Sprung
korrekt zu halten um Fassadenkontakt zu vermeiden. Um Elf
kommen die ersten Motorräder der Klasse Supersport vorbei.
Nach zwei Runden, eine dauert 18 Minuten, verschieben wir uns im
Eiltempo an die Mountain-Road.
Auf dieser schnellen
übersichtlichen Passage fahren die Piloten an die 220km/h. Wir
sehen uns hier den Rest des Rennens an.
Nach dem Mittagessen in einem Pub stehen wir an der Kompression in
Douglas. Bei vielen Fahrern der Klasse Superstock mit 1000
Kubikzentimeter Maschinen schlagen die Verschalungsunterteile
auf den
Asphalt auf, wenn sie mit 270 km/h in die Senke brettern. Einfach
wahnwitzig! In der drittletzten Runde fällt der Rundenrekord
in dieser Kategorie mit Schnitt von 207 km/h.
Um kulturell etwas zu tun fahren wir noch in den Süden nach
Burgdorf
(Castletown). Wie in der Wettervorschau angekündigt
beginnt es gegen Abend zu nieseln. So sehen wir nur wenig vom
pitoresken Ort bevor wir nach Hause zum Duschen fahren. Das Nachtessen
ist italienisch. Wegen des Wetters ist an der Promenade recht wenig
los. Die Pizzen sind passabel und eine kleine Abwechslung zum Junk-Food
der Pubs. Zur Beruhigung vor dem zu Bett gehen sehen wir uns noch
Onboard-Aufnahmen der Rennfahrer auf dem Kurs an. Eines ist sicher, wer
mit Tempo bis 300 auf diesen Strassen Rennen fährt hat mit
seinem Leben abgeschlossen.
Um 05.30 Uhr ist Tagwache. Um 6.00 Uhr Abfahrt um den sechzig
Kilometer langen Kurs ohne viel Verkehr und relativ zügig
umrunden zu können. Zum ersten Mal bekomme ich einen direkten
Eindruck
in welcher Umgebung bei den grossen Motorrädern mit
Durchschnitt von über 200 km/h gefahren wird. Wer hier um den
Sieg fährt muss mit Gott seinen Frieden geschlossen haben. Ein
Strassenkurs wie er im Buche steht. So viel Stroh gibt es auf der
ganzen Insel nicht um alle Gefahrenstellen genügend
abzudecken. Zudem ist dies auch gar unmöglich.
Wir passen unsere Fahrweise den Gegebenheiten an und geniessen trotzdem
eine gewisse Narrenfreiheit im Vergleich zur Schweiz.
Danach stärken wir uns bei typischem englischem
Frühstück
mit Speck, Bohnen in Tomatensauce,
Würstchen, Spiegelei, Tomate, Pilzen und Toast. Dabei sehen
wir den GP von
Mugello am TV-Gerät. Ab dem späteren Morgen startet
der Mad Sunday erst richtig durch. Wie der Name sagt versucht einjeder
nach seinem Geschmack den Tag zu erleben. Einige indem sie trotz
massivem Verkehr etwas zu schnell unterwegs sind, andere in
Kostümen, manche einfach bescheiden die ehrfurchtgebietende
Rennstrecke selbst umrundendend und viele die dem lauten und bunten
Treiben einfach vom Strassenrand zuschauen. Das wechselhafte Wetter tut
allem keinen Abbruch.
Vor dem Abend wandern wir noch durch das wegen des Ruhetages relativ
ruhige Fahrerlager
und bestaunen das nicht unansehnliche
Materialaufgebot für die verschieden Rennklassen. Manche
Fahrer
starten in bis zu drei Kategorien. Nicht ohne Grund. Denn erstens macht
auf diesem langen Kurs die Übung den Meister und zweitens
steigen so auch die Siegchancen. Nebenbei aber auch die zu verunfallen.
Morgen werden wir dann erstmals richtig Zeit haben um die zwei
stattfindenden Rennen irgendwo an der Piste zu verfolgen. Einen Plan
haben wir auf jeden Fall vor dem Ausgang schon festgelegt.
Die Fahrt von Preston nach Heysham ist nur 50 km kurz und
dank frühem Start stehen wir um zehn am Hafen während
eine Fähre ablegt. Unsere Überfahrt ist für
14.15 Uhr geplant. Jedoch ohne Peter. Er sollte eigentlich ab Liverpool
in der folgenden Nacht ablegen.
Trotzdem wollen wir den Versuch wagen vor Ort umzubuchen. Unser Fragen
am Schalter scheint auf wenig Interesse zu stossen und wir werden
zwei Mal vertröstet. Als wir anderen sechs schon einige Zeit
in der Schlange
zum Verladen stehen meldet sich Peter per Telefon.
Irgendwie hat er sich auch noch hineingeschmuggelt.
Er atmet aber erst nach dem Ablegen auf, da sein Fortkommen
mit uns gemeinsam nun sicher ist.
Die irische See wird ihrem Ruf gerecht. Eine halbe Stunde nach Ablegen
sind wir vom Nebel umgeben. Dies ändert sich bis zur Ankunft
in Douglas nicht. Nun heisst es die richtige Strasse zur Unterkunft zu
finden, da unser gemietetes Haus im Innern der Rennstrecke liegt und
noch die Seitenwagen noch ihr
Rennen abhalten. Dank falschem Fahren können wir uns kurze
Zeit später selbst davon überzeugen mit welch
aberwitzigem Tempo hier durch den Hauptort gedonnert wird. Obwohl von
Aufnahmen bekannt ist es noch einmal ein gewaltiger Unterschied die
Gespanne
mit weit über 200km/h durch die Strassen rasen zu
sehen!
Da doch schon Abend suchen wir nun unser Haus und später den
Schlüssel zur Tür. Gut versteckt liegt dieser unter
der Fussmatte. Wir verteilen uns auf unsere Zimmer. Die Familie welche
das Haus sonst bewohnt scheint dem jährlichen Treiben
entflohen. Im nahe gelegenen Pub wird kein Essen mehr gemacht und so
kaufen wir etwas Curryreis mit Huhn bei der Chinesin nebenan welche
schon einen ziemlich angeheiterten macht. Aber das Essen schmeckt uns
trotzdem. Bei zwei Bier findet auch dieser Abend seinen Ausklang und
wir liegen um Zwölf im Bett weil wir morgen früh den
sechzig Kilometer langen Kurs umfahren wollen.
Auf gut Glück beschliessen wir eine
Fähre
vor der geplanten Überfahrt um 12 Uhr zu kriegen. Dank wenig
Reiseverkehr klappt dies ohne Umstände und wir legen
um zehn
Uhr ab. Bei wolkenlosem Himmel und
ruhiger See ist die Kanaldurchquerung eine angenehme
zweistündige
Passage. Nach dem Anlegen trennen wir uns ungewollt in zwei Gruppen auf
den zwei möglichen Autobahnen nach London. Bis wir uns wieder
finden, dauert es beinahe eine Stunde. Vor den Toren der Hauptstadt
nimmt der Verkehr drastisch zu und wir schwitzen in unserer Lederkluft
bei sommerlichen Temperaturen während wir in nicht ganz
gesetzeskonformer Art die Kollonne durchpflügen. Die Themse
passieren wir unterirdisch und suchen danach eine Tankstelle. Doch es
dauert an die 40 Kilometer bis wir fündig werden und
Jarno und Alex haben nun nicht mehr wegen der Hitze allein geschwitzt.
Noch stehen uns weitere dreihundert Kilometer bevor. Die zu
bewältigen dauert aber seine Zeit. Erstens weil wir die
falsche Autobahn richtung Norden nehmen, und zweitens wegen den
Kilometerlangen Staus auf unserem Weg. Sicher trägt der
Wochenendverkehr am Freitag seinen Teil dazu bei. Um Acht erreichen wir
das Hotel Ibis in Preston. Eine kurze Dusche dann essen wir im nahe
gelegenen Pup zu Nacht. Die Hälfte von uns labt sich am
ortsüblichen Junk-Food. Die Andere an Lasagne. Zwei Bier
später fallen wir zurück im Hotel ins Koma.
Gemäss dem Motto: Fahrt in den Sommer können wir den Schwarzwald bei Nieselregen geniessen. Doch mit dem Überqueren der Grenze nach Frankreich klart der Himmel auf und die restlichen acht Stunden können wir unter strahlend blauem Himmel fahren. Bedingt durch regelmässige Tankstops mit Rauchpausen fällt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf zirka 100 km/h, aber vor sechs Uhr Abends gelangen wir doch noch am Hotel an. Das für 17 Euro pro Kopf keine Luxusherberge zu erwarten ist ist klar und so gestaltet sich die Ausstattung relativ spartanisch, aber wenigstens sauber. Nach dem Absatteln noch Kette geschmiert und zum Duschen. Das Abendessen nehmen wir in einem Tex-Mex-Schuppen zu uns. Ein Bier verhilft zur Entspannung und lässt den durch den Winddruck der Autobahnfahrt angespannten Körper vollends erschlaffen. Bis zur Bettruhe um Elf machen noch die üblichen Benzin- und Männergeschichten die Runde. Die Motorräder positionieren wir sicherheitstechnisch vor den Zimmerfenstern und schliessen soviel wie möglich ab. Bewacht werden sie von einem wohl schon länger in Totenstarre verharrendem Maulwurf.
Der Vogel mutiert zum Fahrzeug im Retrolook und bleibt doch ein Bass. Zur Vergrösserung auf Bilder klicken.
Die Bildergalerie ist erstellt und hier zu sehen.
Die Krähe ist während der einsamen Stunden
meiner Ferien zum Falken mutiert. Mal sehen was denn schlussendlich
daraus entsteht.....

Der Reisebericht ist nach REISEN
verschoben.
Bis zur Aufschaltung der Galerie dauert es noch einen Moment.
Auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich ist das Menu nun wesentlich umstrukturiert und ergänzt. Alle meine Freizeitbeschäftigungen sind nun im Menupunkt Interessen zusammengefasst. Das Ressort Musik ist um den Bau meiner Bässe sowie der Restaurierung meines Verstärkers erweitert.
Aus einem der gelegten Eier ist eine Krähe
geschlüpft und könnte nächstes Jahr
flügge werden.

Der unstete Geist weiter in den Windungen kreist. Einige neue Ideen zum nächsten Projekt Bass. Manchmal ist es wie bei der Entstehung eines Kindes. Mit Glück vereinen sich zwei unansehnliche Eltern zum wohlgestalteten Nachwuchs. Mein momentaner Favorit kann sich eines Kopfes rühmen.